Generations: Tanz durch die Lebensphasen

Auftakt zur Tanz-Kultur-Woche mit einem Generationen-Projekt in der Alten Fechthalle

Am Sonnabend startete die fünfte Göttinger Tanz-Kultur-Woche mit einem ungewöhnlichen Tanzprojekt in der Alten Fechthalle. Unter dem Titel „Generations” zeigten Tänzerinnen und Tänzer unterschiedlicher Altersklassen und Trainingsstände ein facettenreiches Bild verschiedener Lebensphasen. Die Musikauswahl und eine fantasievolle Lichtgestaltung rundeten in dem Projekt der selbst mittanzenden Ulrike Grell von der Ballettschule „Art la danse” die gelungen Tanzszenen und lebenden Bilder ab. Alexander Tietz am Flügel begleitete die Tänzerinnen und Tänzer mit Musik von Robert Schumann, Isaak Albèniz, Louis Moreau Gottschalk sowie Ludovico Einaudi durch die verschiedenen Szenen der gut 90-minütigen Aufführung. Die modernen Choreografien griffen damit verschiedene Befindlichkeiten unterschiedlicher Lebensabschnitte auf, von kindlicher Unbekümmertheit bis zur in sich ruhenden Gelassenheit, die die meisten wohl erst in späteren Jahren erleben. Die Tänzerinnen und Tänzer zeigten dabei teilweise sehr beachtliches Können und durchgängig große Leidenschaft und Liebe zum Tanz.

Farben spielten bei der Gesamtgestaltung ebenfalls eine wichtige Rolle - sie teilten Generationen, Emotionen, hatten aber auch verbindende Wirkung und verdeutlichten Übergänge. Es gab auch Technikeinsatz zu bewundern, teils eher als Spielerei, manchmal aber auch sehr gelungen in die Choreografie eingebunden, wie bei der abschließenden sehr intensiven Szene im Einfallstrahl eines Lasers in ansonsten völliger Dunkelheit. Hier zeigte das Vortasten Neues durch die sonst unsichtbare Lichthaut; Neugier auf Fremdes und Eintauchen in Unbekanntes wurden symbolträchtig illustriert.

„Generations” war ein zu Recht lange beklatschtes tänzerisches Abbild des Lebens mit unterschiedlichen Phasen. Es hatte jedoch kleine Längen, mit langsamen und abrupten Veränderungen.

Isabel Trezeciok
Göttinger Tageblatt, 10.10.2011