Träume

Schüler ertanzen Bühnenfieber...

Mit seinem Projekt „Yavis Traum” will der Choreograph und Tanzlehrer Patrick Decavele Schülerinnen und Schülern in Göttingen und Umgebung Gelegenheit geben, Kultur von einer neuen Seite zu erleben. Seine Idee ist, den Jugendlichen Zugang zum Theater zu verschaffen, die dabei nicht nur im Publikum sitzen, sondern selbst auf der Bühne stehen. Wir waren bei den Proben dabei und haben uns in die Welt von Yavi und Ivay entführen lassen.

Es ist ruhig bis die ersten Töne erklingen. Konzentration und ein Hineinfühlen in die Musik. Die Schülerinnen der 8. bis 13. Klasse, die bei dem Projekt „Traum Tanztheater” dabei sind, sprechen jetzt nur noch durch den Tanz und werden eins mit der Musik. Ihre Bewegungen verschmelzen mit den Klängen. Als Zuschauer können wir den Schmerz, die Trauer, die Wut und auch die Freude nachempfinden, die die jungen Darstellerinnen durch ihren Tanz ausdrücken. Die Atmosphäre ist magisch und wir lassen uns mitreißen.

Die Schüler erzählen anhand von Tänzen die Träume von Hauptfigur Yavi. Sie spiegeln Traumwelten wieder, die durch die Gefühlslage von Yavi hervorgerufen werden. In das Stück mit eingearbeitet werden die vier Elemente Wasser, Feuer, Luft und Erde. Auf diese Weise werden farbenprächtige und beeindruckende Kulissen erzeugt. Das Showkonzept haben die beiden Tanzpädagoginnen Livia Bartula und Ulrike Grell auf die Beine gestellt. Die Tänze, die von den Schülern aufgeführt werden, beinhalten Elemente von Hip Hop, Flamencno, Tango und zeitgenössischem Tanz. „Wir wollten junge Leute zusammenführen. Sie in den Theaterbereich schnuppern lassen und ihnen verschiedene Tanzkulturen beibringen”, erklärt Patrick Decavele. Das Projekt konnte Jugendliche verschiedener Schulen zusammenbringen, die so die Chance hatten, gemeinsam zu arbeiten und sich auszutauschen, Rukin, eine der Hauptdarstellerinnen erzählt uns: „Ich habe viele Mädchen durch das Traum Tanztheater kennen gelernt. Als ich das erste Mal hier war, kannte ich niemanden, aber mittlerweile hat uns das Proben zusammengeschweißt und es sind neue Freundschaften entstanden.”

Nun fiebern die Schülerinnen ihren großen Auftritten entgegen und können es kaum noch erwarten, endlich auf der Bühne zu stehen und zu zeigen, was sie in den letzten Monaten gelernt haben, „Der Druck wird jetzt größer, da die Aufführungen schon in wenigen Wochen stattfinden. Wir sind aufgeregt und gespannt und freuen uns, das Stück vor Publikum zu präsentieren”, erzählen Sarah Otte und Fredericke Rietz, die den Hauptfiguren Yavi und Ivay Leben einhauchen.

37- Stadtmagazin für Göttingen 6/2012